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Friedenspolitik und Gewaltprävention sind politische Leitthemen - damit sehe ich mich in der Tradition großer deutscher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wie Willy Brandt, Erhard Eppler oder Marie Schlei. Willy Brandts Lebensleistung, darunter die Aussöhnung Deutschlands mit den Ländern Osteuropas nach den nationalsozialistischen Verbrechen und in den Zeiten des „Kalten Krieges“ und sein Engagement für Friedenspolitik, ist für meine politische Arbeit richtungweisend. Ich bin eine überzeugte und engagierte Europäerin. Denn Integration und Zusammenarbeit sichern Frieden. Früh habe ich die Chancen der Stärkung und Selbstbehauptung Europas gegenüber den USA und die Notwendigkeit der gerechten Gestaltung der Globalisierung betont.

Auf die Leistungen Willy Brandts als Vorsitzendem der Nord-Süd-Kommission und auf die Leistungen Erhard Epplers als Entwicklungspolitiker habe ich in meiner Arbeit als ehemalige Bundesentwicklungsministerin aufgebaut. Entwicklungszusammenarbeit ist für uns in der SPD eine Frage der Solidarität – aber auch im wohlverstandenen Eigeninteresse der Menschen in den Industrieländern. Willy Brandts Erkenntnis ist heute so aktuell wie vor 25 Jahren: Auch wir können in unseren Ländern auf Dauer nicht in Frieden leben, wenn es Regionen gibt, in denen Menschen in absoluter Armut leben. Wer in der Tradition Willy Brandts steht, wer für internationale Solidarität eintritt, für den ist Entwicklungspolitik ein wichtiger Baustein der Friedenspolitik.

Die SPD ist die Friedenspartei Deutschlands
Wir lehnen jegliche Form von Angriffs- und „Präventivkriegen“ ab. Wir setzen auf die Prävention von Gewalt und die friedliche Beilegung von Konflikten.
Pro Jahr werden weltweit 1,3 Billionen US-Dollar für Rüstung ausgegeben. Die weltweiten Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit betragen dagegen nicht einmal 10 % dessen. Dieses globale Ungleichgewicht müssen wir um der Prävention von Krisen und Konflikten wegen verändern.
Wir wollen die weltweite Abrüstung mit Nachdruck voranbringen. Die Atommächte müssen ihre Bestände abbauen. Wir unterstützen die Kampagne für eine vollständige nukleare Abrüstung. Und ich setze mich für einen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland ein.
Wir wollen auf ein Raketenschild in Osteuropa verzichten, denn es bringt nicht mehr Sicherheit, sondern nur eine neue Aufrüstungsrunde. Wir streben ein vollständiges Verbot von Weltraumwaffen an. Wir wollen die illegale Verbreitung von kleinen und leichten Waffen verhindern. Wir stehen für einen vollständigen Verzicht von Produktion, Handel und Einsatz von Streubomben.

Finanzmarktkrise
Es ist in vielen Fragen richtig, sich gegen den Mainstream zu stellen – das habe ich im Bezug auf die Finanzmärkte schon zu Zeiten getan, als das mancher noch als "schwer links" oder unrealistisch betrachtet hat.

Beim Nominierungsparteitag für das SPD-Bundestagsmandat in Wiesbaden im Juli 2005 hatte ich gesagt: „Wir akzeptieren nicht, dass „Geld die Welt regiert“. Auch nicht im Zeitalter des globalen Kapitalismus. Wir reklamieren den Primat der Politik und der Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger. Es geht um die soziale Bändigung des Kapitalismus, der die nationalen Grenzen längst übersprungen hat.“

Was lernen wir daraus? Wir müssen unserem eigenen Kopf und unserem eigenen Herzen vertrauen. Wir dürfen uns nicht dem Zeitgeist anpassen, sondern wir müssen zu unseren eigenen Überzeugungen stehen. Es ist die Sozialdemokratie, die die Antwort auf die großen Fragen unserer Zeit in den Händen hält.

Wir müssen jetzt für eine internationale Regulierung sorgen und endlich Transparenz in die Finanzmärkte bringen. Und wir müssen es jetzt tun, bevor sich der erste Schock gelegt hat und sich wieder marktideologisch determinierte Gedankenlosigkeit breit macht!

Notwendig sind aus meiner Sicht verpflichtende Transparenzregeln und die Einrichtung einer europäischen Rating-Agentur.

Das ist vor allem für die Entwicklungs- und Schwellenländer wichtig, denn die Ärmsten dürfen unter dieser Krise – die sie nicht zu verantworten haben – nicht leiden. Wir brauchen einen Global New Deal für das 21. Jahrhundert, um eine Weltwirtschafts-Krise mit fatalen Konsequenzen und massiven Konflikten in der Welt zu verhindern.

Wenn Milliardensummen mobilisiert werden können, um das Bankensystem zu retten, dann muss auch die viel geringere Milliardensumme aufgebracht werden können, die notwendig ist, um die Welt vor Armut und Hunger, Arbeitslosigkeit und Klimawandel zu retten.

Nahrungsmittelkrise
Die Entwicklungsländer leiden in dramatischer Weise unter den gestiegenen Nahrungsmittelpreisen. Weltweit leiden fast eine Milliarde Menschen unter Hunger. Die Bundesregierung hat auf diese Krise 2008 schnell reagiert. Die Mittel für die Nahrungsmittelhilfen des Welternährungsprogramms wurden deutlich aufgestockt und haben mit 66 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt konnten 2008 600 Millionen Euro für ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat sich die Bundesregierung mit Erfolg dafür eingesetzt, dass z.B. die Weltbank ihre Mittel für diesen Bereich deutlich aufstockt.
Notwendig sind aber auch strukturelle Veränderungen. Insbesondere die Agrarexportsubventionen müssen endlich abgebaut werden.

 

 
 
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