Durch die verheerende Überschwemmungskatastrophe in Pakistan benötigen heute rund 20 Millionen Menschen unsere Hilfe -
sie brauchen eine Unterkunft, Nahrungsmittel und vor allem sauberes Trinkwasser. Nach den aktuellen Schätzungen der Vereinten Nationen hat das Hochwasser mehr als vier Millionen Menschen obdachlos gemacht. Hunderte Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten und zahlreiche Straßen und Brücken unbefahrbar.
Nur langsam kommt die notwendige Soforthilfe an: Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung. Wir müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass nach der Katastrophe keine weiteren Menschen sterben, Obdachlose Unterkunft finden und der Ausbruch von Krankheiten und Seuchen verhindert wird.
Ich finde es gibt zwei wichtige Argumente, die für uns in Deutschland neben allen politischen Gründen von Belang sind:
Nach dem Tsunami 2004 haben die schnellen finanziellen Hilfen der Staaten, auch gerade Deutschlands, und die schnellen Spenden der Menschen dazu beigetragen, dass kein Mensch in Indonesien, Sri Lanka, Thailand oder Indien mehr durch Krankheiten und Seuchen sterben musste. Auf diese umfassende Rettungsaktion war ich als damals zuständige Ministerin sehr stolz. Mehr als 500 Millionen Euro haben die Menschen in Deutschland damals für die Hilfe mobilisiert.
Die Frage, wie schnell und umfassend jetzt geholfen wird, entscheidet darüber, ob nach der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan noch Menschen sterben müssen. Wir haben es gemeinsam in der Hand, Menschenleben zu retten. Wir haben nach dem Tsunami gesehen: Die Hilfe wirkt.
Und für mich als 1942 Geborene gilt: Ich bin mir immer unserer eigenen Verantwortung bewusst. Auch uns hat nach dem zweiten Weltkrieg die humanitäre Hilfe aus Großbritannien und den USA in einer Situation geholfen, in der viele Millionen Menschen in unserem Land in Elend waren. Die Hilfe erfolgte für die Menschen aus humanitären Gründen - ohne Ansehen der politischen Rahmenbedingungen in Deutschland.
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