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27.07.2009

Bildung für ALLE!

Doris Ahnen zu Besuch bei Heidemarie Wieczorek-Zeul

Zu einer Diskussion über Bildungspolitik hatte die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul gestern Abend um 18 Uhr in die Aula der IGS Kastellstrasse geladen. Die Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, Doris Ahnen, war über den Rhein nach Wiesbaden gekommen, um vor rund 60 Gästen einen Einblick in die Bildungspläne der SPD zu geben. Sie brachte gute Nachrichten mit, denn kurz zuvor war für die kommunalen Kindertagesstätten nach ausgiebigen Verhandlungen ein Tarifabschluss erreicht worden, den sie als ein „dringend notwendiges Signal“ bezeichnete. Das Thema des Abends „Grundrecht auf Bildung“ würde auch im Bezug auf die Kindertagesstätten passen, die sehr wichtige Bildung leisten. Ahnen lobte, dass sich die Wahrnehmung der Gesellschaft verändert habe und ein neues Bewusstsein über frühkindliche Prägung die Arbeit der Kitas anerkenne.
Außerdem betonte Ahnen die Wichtigkeit von Ganztagsschulen, um soziale Ungleichheiten auszugleichen und in Kooperation mit Vereinen und Stadtteilen das Angebot für Schülerinnen und Schüler weit zu fächern.
Ein Thema lag Doris Ahnen und Heidemarie Wieczorek-Zeul besonders am
Herzen: Die Abschaffung der Studiengebühren und das Durchsetzen einer gebührenfreien Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Ahnen betonte:
„Ein Grundrecht auf Bildung heißt für mich, so gefördert zu werden, dass man den bestmöglichen Bildungsabschluss erreichen kann- und zwar unabhängig vom Geldbeutel der Eltern!“ Zur Situation der Lehrerausbildung betonte Ahnen, dass es, entgegen häufiger Annahmen, nicht in allen Bereichen einen „Mangel“ an Lehrkräften gebe und es wichtig sei, über den Bedarf an Lehrern differenziert zu informieren. Außerdem müsse auch die Gesellschaft signalisieren, dass sie die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer wertschätze, hierfür seien andere europäische Länder wie Finnland gute Beispiele.

Heidemarie Wieczorek-Zeul sprach aus ihrer eigenen Erfahrung, da sie 10 Jahre lang als Lehrerin gearbeitet hat, als sie hervorhob, dass Schülerinnen und Schüler mehr Zeit mit ihren Lehrkräften brauchen: „Die Klassenleiterstunde oder andere regelmäßige gemeinsame Termine, losgelöst vom fachlichen Unterricht, helfen sehr dabei, das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern zu stärken. Wir müssen solche Angebote ermöglichen und weiter unterstützen!“ Die Ministerinnen waren sich mit den Diskussionsteilnehmern einig, dass die Forderung „Bildung für Alle!“ ein Grundrecht auf Bildung bedeutet, das entscheidendes Mittel ist, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen eine gerechte Chance zu geben. Mit fairen Bildungschancen und mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem werde die SPD dafür sorge tragen, dass alle Jugendlichen einen Schulabschluss und Bildungsabschluss haben.

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