Als
"merkwürdig" und "fragwürdig"
hat die Wiesbadener
SPD-Bundestagsabgeordnete Heidemarie Wieczorek-Zeul
die Benennung des Linde-Konzernchefs Wolfgang Reitzle
zum "Manager des Jahres" durch die Zeitschriften
"Manager Magazin" und "Wirtschaftswoche"
bezeichnet.
Reitzle, Konzernchef der
in Linde-AG, hatte in den vergangenen Monaten das Unternehmen
radikal umgebaut, will jetzt die Konzernzentrale nach
München verlegen und hat in der Vergangenheit die
Arbeitsplätze bei der Linde-Kältetechnik in
Kostheim vernichtet. "Immer mehr Menschen in Deutschland
müssten für die Managementfehler in Unternehmen
mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze büßen,
wie etwa bei der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte BenQ
oder jetzt möglicherweise bei Airbus-Industries.
Manager mit Preisen auszuzeichnen, die vor allem den
Verlust von Arbeitsplätzen produziert haben, ist
merkwürdig und entbehrt nicht eines gewissen Zynismus.
Herr Reitzle ist mit seiner Unternehmenspolitik kein
Vorbild für junge Menschen, die in die
Wirtschaft streben. Zumal hinter der Gabelstapler-Sparte
ebenfalls ein dickes Fragezeichen steht. Der Erfolg
eines Managers muss sich in erster Linie daran messen,
was er nicht nur zum Wohle der Aktionäre, sondern
auch zum Wohle der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
des Unternehmens erreicht hat. Diesen Aspekt haben die
beiden Wirtschaftsmagazine bei der Wahl Reitzles völlig
ausgeblendet.
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