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25.10.2006
"merkwürdig" und "fragwürdig"

Als "merkwürdig" und "fragwürdig" hat die Wiesbadener
SPD-Bundestagsabgeordnete Heidemarie Wieczorek-Zeul die Benennung des Linde-Konzernchefs Wolfgang Reitzle zum "Manager des Jahres" durch die Zeitschriften "Manager Magazin" und "Wirtschaftswoche" bezeichnet.

Reitzle, Konzernchef der in Linde-AG, hatte in den vergangenen Monaten das Unternehmen radikal umgebaut, will jetzt die Konzernzentrale nach München verlegen und hat in der Vergangenheit die Arbeitsplätze bei der Linde-Kältetechnik in Kostheim vernichtet. "Immer mehr Menschen in Deutschland müssten für die Managementfehler in Unternehmen mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze büßen, wie etwa bei der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte BenQ oder jetzt möglicherweise bei Airbus-Industries.

Manager mit Preisen auszuzeichnen, die vor allem den Verlust von Arbeitsplätzen produziert haben, ist merkwürdig und entbehrt nicht eines gewissen Zynismus. Herr Reitzle ist mit seiner Unternehmenspolitik kein Vorbild für junge Menschen, die in die
Wirtschaft streben. Zumal hinter der Gabelstapler-Sparte ebenfalls ein dickes Fragezeichen steht. Der Erfolg eines Managers muss sich in erster Linie daran messen, was er nicht nur zum Wohle der Aktionäre, sondern auch zum Wohle der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Unternehmens erreicht hat. Diesen Aspekt haben die beiden Wirtschaftsmagazine bei der Wahl Reitzles völlig ausgeblendet.

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