20 Jahre Städtepartnerschaft Wiesbaden – Ocotal
Zur Jubiläumsfeier des Vereins Nueva Nicaragua und der Städtepartnerschaft Wiesbaden – Ocotal war auch Heidemarie Wieczorek-Zeul in die Räumlichkeiten der Volkshochschule gekommen. Sie unterstützt als Mitglied, Bundestagsabgeordnete und als Ministerin die Arbeit für diese Partnerschaft immer ganz besonders: Sie dankte all denen, die mit ihrem Engagement diese Partnerschaft für die Menschen in Ocotal mit Leben erfüllen.
Von Anfang an war die Partnerschaft in Wiesbaden von einer Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen getragen: Jugend-, Kultur-, Politik- und Kirchengruppen entwickelten einen intensiven Austausch. Und es war eine Partnerschaft in Solidarität: 1998, als der verheerende Wirbelsturm „Mitch“ Ocotal verwüstete, überwies die Landeshauptstadt Wiesbaden wenige Tage später 100 000 DM Soforthilfe, der Verein Nueva Nicaragua sammelte rund 120 000 DM.
Als roter Faden zieht sich durch die letzten zwei Jahrzehnte das besondere Engagement junger Menschen: die Schülerinnen und Schüler der Martin-Niemöller-Schule, seit 2003 der Einsatz im Rahmen des „Anderen Dienstes im Ausland“ (Ersatzdienst für den Zivildienst) und seit 2008 mit dem Programm „weltwärts“. Als Initiatorin von „weltwärts“ war und ist Wieczorek-Zeul ganz besonders beeindruckt von den Berichten der jungen Menschen, zuletzt von Michel Herke und Lavinia Mautner, die zurzeit in Ocotal sind. Sie ist sicher, dass ihre Erfahrungen über diese Zeit und über die eigene Person hinauswirken. Der Sinn dafür, dass wir alle in einer Welt leben, sei eben am nachhaltigsten durch den sinnlichen Eindruck von der Lebenswirklichkeit des so weit entfernten Nächsten zu entwickeln. So leisteten der Verein Nueva Nicaragua und all die engagierten Männer und Frauen, die ihn unterstützen, einen wirklichen Beitrag zu Frieden und Verständigung in der Welt nach dem
Motto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Dafür dankte sie von ganzem Herzen.
Heute gehört es sicher zu den traurigsten Erfahrungen der Unterstützer der ersten Stunde, dass die gegenwärtige „sandinistische“ Regierung auf dem Rücken vor allem der Frauen gemeinsame Sache mit konservativ-klerikalen Kreisen macht, um den eigenen Machterhalt zu sichern. Das rigorose Abtreibungsverbot auch bei Gefahr für Leib und Leben der Frau und nach einer Vergewaltigung ist nur ein Beispiel dafür.
Wieczorek-Zeul fand breite Unterstützung für das Engagement gegen diese Politik.
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