Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Ministerin für Familie und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, war im Rahmen ihrer Sommerreise zu Gast in Wiesbaden.
Die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin a.D., Heidemarie Wieczorek-Zeul, freute sich Schwesig binnen eines Jahres bereits zum zweiten Mal in Wiesbaden begrüßen zu können: „Nachdem wir im vergangenen Jahr über moderne Familienpolitik, den Ausbau der Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesprochen haben, richten wir den Fokus heute auf die älteren Menschen in unserer Gesellschaft.“ Schwesig und Wieczorek-Zeul besuchten das Zentrum für Internistische und Geriatrische Medizin (ZIGM) der Asklepios Paulinen Klinik. Dort diskutierten sie gemeinsam mit dem Chefarzt Dr. Wolfgang Knauf, der Pflegedienstleitung Martina Kramp und Johannes Weber, Abteilung Altenarbeit des Amtes für Soziale Arbeit über die Zusammenarbeit zwischen kommunaler Altenarbeit und medizinischer, (teil-)stationärer Versorgung. „Ganz besonders wichtig ist – nicht nur in Wiesbaden – das selbstständige Leben im Alter“ stellte Wieczorek-Zeul zu Beginn der Diskussion fest. Johannes Weber konnte dies bestätigen. Acht Beratungsstellen zum selbstständigen Leben im Alter gibt es in Wiesbaden, daneben zwei geriatrische Kliniken.
Seit der Jahrtausendwende findet eine sich bewährende Zusammenarbeit im Wiesbadener Netzwerk für geriatrische Rehabilitation (GeReNet.Wi) statt.
Seit 2007 gibt es das Forum Demenz, bei dem es ebenfalls um das Zusammenspiel sozialer und medizinischer Maßnahmen geht. Und vor wenigen Tagen wurde der Wiesbadener Pflegestützpunkt eröffnet. „Dort arbeiten ein Mitarbeiter des Amtes für Soziale Arbeit und der Pflegekasse zusammen und bieten ihr Know-How gemeinsam, aus einer Hand an“ zeigt sich Weber mit den Erfahrungen der ersten Tage zufrieden. Die Entwicklung der Geriatrie (wörtlich: „Altersmedizin) vom Nischendasein zum sehr nachgefragten medizinischen Teilbereich beschrieb der Chefarzt des ZIGM, Dr. Wolfgang Knauf. Manuela Schwesig warf ein, dass die Geriatrie aufgrund des demographischen Wandels und der Zunahme betagter und hochbetagter Menschen weiter an Bedeutung gewinnen werde und wollte wissen wie es mit der ärztlichen Nachwuchsgewinnung aussehe. „Die Geriatrie ist mit vielen Glücksmomenten verbunden“, erläuterte Knauf, „70 Prozent der von uns behandelten Menschen können anschließend wieder nach Hause und wir spüren eine enorme Dankbarkeit seitens der Patienten“. Es sei anfangs schwierig Medizinstudenten für die Geriatrie zu begeistern, dies ändere sich jedoch wenn es in die Praxis geht. In die gleiche Kerbe schlug auch Martina Kramp: „Vor zehn Jahren gestaltete sich die Nachwuchsgewinnung im Pflegebereich noch als problematisch, heute haben wir ein junges Team, das sehr an den Biographien der Patientinnen und Patienten interessiert ist und den beratenden Charakter bei der Arbeit sehr zu schätzen weiß.“ Manuela Schwesig zeigte sich angesichts des Netzwerk-Charakters zwischen städtischer Altenarbeit, medizinischer Versorgung und Pflege beeindruckt und forderte einen gesellschaftlichen Blickwechsel auf präventive Maßnahmen, die nicht nur aus der sozialen und gesundheitlichen, sondern auch aus der ökonomischen Perspektive oftmals sinnvoller seien.
Den Abschluss bildete ein Rundgang durch das Haus, bei dem sich Schwesig und Wieczorek-Zeul noch einige Therapie-Räume zeigen ließen und mit Patientinnen ins Gespräch kamen.
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