Vertreterinnen
und Vertreter stationärer und ambulanter Pflegedienste
und Pflegeeinrichtungen zum Expertengespräch nach
Wiesbaden eingeladen.
Nach dem Pflege-Beschluss
der Berliner Regierungskoalition aus SPD und CDU/CSU
am 19. Juni hat die Wiesbadener SPD-Bundestagsabgeordnete
und Bundesministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul Vertreterinnen
und Vertreter stationärer und ambulanter Pflegedienste
und Pflegeeinrichtungen in Wiesbaden zum Expertengespräch
eingeladen. Dr. Matthias von Schwanenflügel, der
im Bundesgesundheitsministerium zuständig für
den Bereich Pflege und Pflegeversicherung ist, stand
den örtlichen Experten und Expertinnen Rede und
Antwort.
Die Diskussion wurde zum „Werkstattgespräch“:
„Ich möchte mit
den Betroffenen reden, bevor das Gesetz fertig ist,
nur so können
Anregungen und Bedenken aus der Praxis wirklich zum
Tragen kommen“, betonte die Ministerin.
Neue Aufgaben kommen jedenfalls auf die Kommunen zu,
wobei Wiesbaden bereits auf guten Ansätzen aufbauen
kann. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat sich auf
die Fahnen geschrieben, die „Pflege wieder zu
den Menschen zu bringen“, das heißt in die
Gemeinden. Pflegestützpunkte sollen entstehen,
in denen durch einen vertraglichen Zusammenschluss von
Krankenkassen, Pflegekassen, Kommunen und Leistungserbringern
alle Angebote für Pflegebedürftige vernetzt
und aus einer Hand angeboten werden sollen, dabei werden
auch ehrenamtliche Angebote eingebunden.
In diesem Rahmen sollen auch die Pflegeberater als Ansprechpartner
zur Verfügung stehen.
Dass der Teufel im Detail steckt wurde in der Diskussion
ebenso
deutlich wie die Tatsache, dass viele verschiedene Interessenlagen
miteinander in Einklang gebracht werden müssen.
In einem
war man sich aber einig: im Mittelpunkt müssen
die Pflegebedürftigen
stehen.
Ende Sommer/Anfang Herbst soll der Gesetzentwurf zur
Pflegereform fertig sein, das Inkrafttreten ist für
den 1. Juli 2008 geplant.
Ungelöst bleiben vorerst die Fragen der mittelfristigen
Finanzreform,
die beschlossene kleine Beitragsanhebung wird nur bis
ca. 2014 tragen. Für Heidemarie Wieczorek-Zeul
gehört deshalb diese
Frage auf die Liste der Wahlkampfthemen 2009. „Dann
wird zu
entscheiden sein, ob wir in der Pflege zu einer solidarischen
Bürgerversicherung kommen oder ob die Pflegequalität
vom Geldbeutel der Pflegebedürftigen abhängig
sein wird. Ein Modell ‚Kopfpauschale’ muss
jedenfalls ausgeschlossen sein“, so Wieczorek-
Zeul.
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