Heidemarie
Wieczorek-Zeul bei der Eröffnung der „Straße
der Menschenrechte“ in Wiesbaden: "Die Menschenrechte
sind universell gültig!"
Anlässlich des 60. Jahrestages
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nahm
die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete und Bundesentwicklungsministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul am 10.12. auf Einladung von
Amnesty International an der Eröffnung der Straße
der Menschenrechte in den Kolonnaden des Hessischen
Staatstheaters Wiesbaden teil.
Wieczorek-Zeul betonte die Fortschritte seit der Erklärung
der Menschenrechte vor 60 Jahren. So sei die Todesstrafe
mittlerweile bereits in ungefähr der Hälfte
der Staaten der Welt abgeschafft. Es müsse jedoch
weiter daran gearbeitet werden, diesen Trend fortzusetzen.
Die Staatengemeinschaft bleibe in der Pflicht gegenüber
den betroffenen Menschen. „Menschenrechtsverletzungen
sind niemals innere Angelegenheiten eines einzelnen
Staates. Deshalb haben die Vereinten Nationen eine Schutzverantwortung,
eine „Responsibility to Protect“ bejaht.“
Unabhängig davon, wo Menschen leben müssten
Bürgerinnen und Bürger notfalls auch vor dem
eigenen Staat geschützt werden. Dazu gehöre
auch die Stärkung internationaler Gerichte: „
Kein Gewaltherrscher darf sich vor Strafe sicher fühlen.
Internationale Gerichte wie der Internationale Strafgerichtshof
müssen dafür sorgen, dass Verbrechen gegen
die Menschlichkeit verurteilt und Gewaltherrscher zur
Verantwortung gezogen werden.

Dies gilt auch für Massenvergewaltigungen,
die wie im Osten des Kongo als "Waffe" in
Bürgerkriegen eingesetzt werden. Sie sind ein Verbrechen
gegen die Menschlichkeit und müssen als solche
vor Gericht geahndet werden. “ Die Menschenrechte
sind ein Kanon an Werten und Normen, die uns alle binden.
Gerade deshalb sei eine kritische Aufmerksamkeit entscheidend,
für die immer wieder engagierte Journalistinnen
und Journalisten Gefahren für Leib und Leben eingehen.
Im vergangenen Jahr sind weltweit 86 Journalisten getötet
und über 1500 bedroht worden, weil sie über
Menschenrechtsverletzungen berichtet haben.
Die Bundesministerin betonte,
dass Entwicklungszusammenarbeit die Verwirklichung von
Menschenrechten bedeute: „ Wir tun alles, damit
Menschen ihre Rechte auch materiell entfalten können.“
Wieczorek-Zeul hat den Kampf für Frauen- und Kinderrechte
in den letzten zehn Jahren zu einem Schwerpunkt der
Arbeit des Entwicklungsministeriums gemacht. „Armut
sinkt, wenn Frauen gleichberechtigt sind: Kinder haben
erheblich höhere Überlebenschancen, wenn das
Familieneinkommen in der Hand der Mutter liegt. Denn
Frauen geben ihr Geld eher für die Familie und
ihre Kinder aus, für Essen und Medikamente, aber
auch für Bildung.
Es gibt keinen einzigen religiösen oder kulturellen
Grund, Frauenrechte einzuschränken.“
Noch immer werde Frauen vielfach der Zugang zu Landrechten
oder das Recht zu erben verwehrt – mit schwerwiegenden
sozialen und ökonomischen Problemen für die
gesamte Gesellschaft. Dass sich der Einsatz lohnt zeigen
ermutigende Fortschritte.
In vielen afrikanischen Staaten steht die weibliche
Genitalverstümmelung heute unter Strafe und in
mehreren Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
gehen staatliche Aufklärungskampagnen offensiv
gegen die Praxis vor.

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