Die
Wiesbadener Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,
Heidemarie Wieczorek-Zeul, hat sich heute zur vorgesehenen
Aufhebung der verbliebenen Monopole im deutschen Briefmarkt
geäußert, die nach der bisherigen Planung
Ende des Jahres 2007 ansteht.
Bisher
dürfen Wettbewerber der Deutschen Post AG nur in
Segmenten ihre Dienste anbieten, in denen sie keine
Konkurrenz darstellen. Nach der Aufhebung des Monopols
soll diese Beschränkung wegfallen. Wettbewerber
dürfen dann frei mit der Deutschen Post AG konkurrieren.
Wieczorek-Zeul: „Während bei der Deutschen
Post AG Vollzeitstellen abgebaut werden, entstehen
bei den neuen Briefdienstleistern überwiegend geringfügige
Beschäftigungsverhältnisse. Somit werden immer
mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze
in Jobs mit Armutslöhnen umgewandelt und dem Lohndumping
würde Tür und Tor geöffnet.“ Ein
besonders negatives Beispiel gebe eine Firma im Allgäu
ab, die an ihre Beschäftigten einen täglichen
Grundlohn von 4 € und einen Stücklohn von
0,12 € zahle.
Wieczorek-Zeul äußerte sich erfreut über
das positive Schweizer Modell: dort bekommen nur diejenigen
Briefdienstleister eine Postlizenz erteilt, die auch
eine Garantie für branchenübliche Arbeitsbedingungen
abgeben: „Eine solche Regelung fände ich
auch in Deutschland wichtig.“
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gesamten Briefdienstleisterbereich
brauchten faire Beschäftigungsbedingungen. Hierbei
seien in erster Linie existenzsichernde Gehälter
aber auch das Vorhandensein von Interessenvertretungen
innerhalb der Betriebe notwendig. Die Ministerin sagte
weiterhin: „Die Bundesnetzagentur steht in der
Verantwortung und muss die Vergabe der Lizenzen an die
Briefdienstleister auch an soziale Bedingungen knüpfen.
Auch die bestehenden Lizenzen müssen daraufhin
überprüft werden.“ Bei Auftragsvergabe
durch die öffentliche Hand solle künftig die
Einhaltung sozialer Standards bei den Unternehmen eine
gewichtige Rolle spielen, zum Beispiel durch die Anwendung
von Tariftreueklauseln.
Wieczorek-Zeul sagte weiterhin: „Ich trete dafür
ein, dass das Entsendegesetz auch auf den Bereich der
Briefdienstleistungen ausgeweitet wird. Die Garantie
von Mindestlöhnen halte ich gerade mit Blick auf
die weitere Entwicklung in diesem Bereich für zwingend
erforderlich.“
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