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06.10.2006
Wieczorek-Zeul warnt vor „Methode BenQ“ bei Linde-Kältetechnik

Die Wiesbadener SPDBundestagsabgeordnete Heidemarie
Wieczorek-Zeul hat mit großer Besorgnis auf jüngste Meldungen zur Entwicklung bei der Linde-Kältetechnik in Kostheim reagiert.

„Es zeichnet sich ab, dass der Verkauf der Kältetechnik an die
amerikanische Carrier-Gruppe nach ähnlichem Muster ablief, wie es
aktuell im Fall Siemens und BenQ sichtbar wird. Alle Verantwortlichen müssen nun an einem Strang ziehen und den letzten Akt der Zerschlagung verhindern: die Zukunft der in Kostheim beschäftigten
200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss gesichert werden!“ so die Abgeordnete.

Der Verdacht, dass die Belegschaft von der Linde AG gemeinsam mit Carrier durch Täuschung ausgetrickst wurde, tatsächlich aber nur ein Konkurrent vom Markt gekauft und gleichzeitig ein Grundstück freigeräumt werden sollte, müsse aus der Welt geschafft werden.
„Die Beschäftigten haben meine volle Solidarität“, betont Wieczorek-Zeul, die in engem Kontakt mit dem Betriebsratsvorsitzenden Kurt Zaun steht. „Das sollte auch für den Wiesbadener Oberbürgermeister gelten. Ebenso sehe ich die Spitze des ehemaligen Mutterkonzerns Linde in der Pflicht.

Ethik in der Wirtschaft darf keine hohle Leerformel sein, gerade
die sogenannten `Global Player’ muss man daran offenbar besonders
nachdrücklich erinnern. Wer den Fall Siemens und BenQ zum Muster
unternehmerischen Handelns macht, führt zu schwerem Vertrauensverlust in Unternehmen und Gesellschaft.“
Als erster Schritt müsse auf die Carrier-Unternehmensleitung eingewirkt werden, dass zumindest die versprochenen 300 000 € Investitionsmittel für Kostheim schnellstens freigegeben werden.
Ansonsten müsse man vermuten, dass die Beschäftigten in Kostheim
für die unternehmerische Fehlentscheidung büßen müssten, die Kühlmöbelproduktion nach Tschechien zu verlegen.

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