Die
Wiesbadener SPDBundestagsabgeordnete Heidemarie
Wieczorek-Zeul hat mit großer Besorgnis auf jüngste
Meldungen zur Entwicklung bei der Linde-Kältetechnik
in Kostheim reagiert.
„Es zeichnet sich
ab, dass der Verkauf der Kältetechnik an die
amerikanische Carrier-Gruppe nach ähnlichem Muster
ablief, wie es
aktuell im Fall Siemens und BenQ sichtbar wird. Alle
Verantwortlichen müssen nun an einem Strang ziehen
und den letzten Akt der Zerschlagung verhindern: die
Zukunft der in Kostheim beschäftigten
200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss gesichert
werden!“ so die Abgeordnete.
Der Verdacht, dass die Belegschaft von der Linde AG
gemeinsam mit Carrier durch Täuschung ausgetrickst
wurde, tatsächlich aber nur ein Konkurrent vom
Markt gekauft und gleichzeitig ein Grundstück freigeräumt
werden sollte, müsse aus der Welt geschafft werden.
„Die Beschäftigten haben meine volle Solidarität“,
betont Wieczorek-Zeul, die in engem Kontakt mit dem
Betriebsratsvorsitzenden Kurt Zaun steht. „Das
sollte auch für den Wiesbadener Oberbürgermeister
gelten. Ebenso sehe ich die Spitze des ehemaligen Mutterkonzerns
Linde in der Pflicht.
Ethik in der Wirtschaft darf keine hohle Leerformel
sein, gerade
die sogenannten `Global Player’ muss man daran
offenbar besonders
nachdrücklich erinnern. Wer den Fall Siemens und
BenQ zum Muster
unternehmerischen Handelns macht, führt zu schwerem
Vertrauensverlust in Unternehmen und Gesellschaft.“
Als erster Schritt müsse auf die Carrier-Unternehmensleitung
eingewirkt werden, dass zumindest die versprochenen
300 000 € Investitionsmittel für Kostheim
schnellstens freigegeben werden.
Ansonsten müsse man vermuten, dass die Beschäftigten
in Kostheim
für die unternehmerische Fehlentscheidung büßen
müssten, die Kühlmöbelproduktion nach
Tschechien zu verlegen.
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