Heidemarie Wieczorek-Zeul zum internationalen Frauentag
Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März 2010 erklärte Heidemarie Wieczorek-Zeul, ehemalige Bundesministerin und Mitglied des Bundestags, dass im Kampf für die Rechte der Frauen nicht nachgelassen werden darf.
„Seit 2001 gibt es das Gesetz zur Gleichstellung von Frau und Mann in der Bundesverwaltung. Während meiner Arbeit als Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung konnten wir die Zahl von Frauen in Leitungsfunktionen in unserem Ministerium innerhalb von zehn Jahren von 7 auf 36 Prozent erhöhen.“ Sie betonte, dass in dieser Zeit außerdem ein Familienservice beauftragt und über 100 Teilzeitformen ermöglicht wurden, die Männern und Frauen die Möglichkeit geben, Beruf und Familie zu verbinden.
„Aber das ist nicht genug! Es ist dringend notwendig, dass auch für die Privatwirtschaft gesetzliche Maßnahmen ergriffen werden. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen liegt in Deutschland immer noch bei 23 Prozent, damit sind wir in der EU schlechter als viele andere Länder, EU-weit sind es durchschnittlich 17,4 Prozent. In den 600 führenden Unternehmen waren in Deutschland 2008 nur 2,4 Prozent weibliche Vorstandsmitglieder! Das dürfen wir nicht hinnehmen, es gilt, die gläserne Decke zu den Führungspositionen für die Frauen zu durchbrechen und vor allem endlich dafür zu Sorgen, dass Frauen nicht nur gleich viel verdienen, sondern auch gleich viel Lohn bekommen!“ Wieczorek-Zeul lobte das Vorgehen in Norwegen, das eine gesetzliche Quote von 40% für Aufsichtsratsfunktionen festgelegt und damit Erfolg habe. Aber auch ein anderes Thema, für das die SPD seit vielen Jahren unermüdlich kämpft, hat für das Thema Gleichstellung besondere Brisanz:
„Es sind die Frauen, die von Niedriglöhnen besonders betroffen sind. Das Inkrafttreten der EU-Dienstleistungsrichtlinie und ihrer Umsetzung verlangt zwingend die Verwirklichung flächendeckender Mindestlöhne.“ „Die Gleichstellungspolitik muss sich an die Gegebenheiten des 21.
Jahrhunderts anpassen. Das bedeutet vor allen Dingen einen umfassenden qualitativen und quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung. Dazu müssen die Kommunen auch finanziell in die Lage gesetzt werden.“
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